„What´s next?“ Großer Bildungskonferenz diskutiert Zukunft der Bildung

Erfolgreicher Fachtag im QBZ Morgenland

Knapp 100 Teilnehmer aus Gröpelinger Kitas, Schulen und Stadtteileinrichtungen, Verwaltung und Politik diskutierten im Quartiers-Bildungszentrum Morgenland unter dem Titel „What´s next?“ Zukunftsthemen der Bildungslandschaft Gröpelingen.

 

In Deutschland ist der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg so groß, wie in keinem anderen vergleichbaren Land. Im jungen und internationalen, aber auch armen Stadtteil Gröpelingen sind besonders viele Kinder und Jugendliche von Chancenungleichheit und gesellschaftlicher Exklusion bedroht. Petra Krümpfer, MdBB, SPD-Fraktion und Mitglied in der Deputation für Kinder und Bildung findet deshalb: „Alle Ortsteile in Gröpelingen stehen vor ganz besonderen Herausforderungen und das muss sich in einer gerechteren Ressourcenverteilung widerspiegeln.“

Die neue Migration der vergangenen Jahre schafft zudem eine neue soziale Wirklichkeit, die von großen sozialen, sprachlichen und rechtlichen Unterschieden geprägt ist.

In der Entwicklungsgruppe der Bildungslandschaft Gröpelingen hatten sich Kita-Leitungen, Schulleitungen und Stadtteileinrichtungen im Vorfeld zusammengeschlossen, um die veränderten Voraussetzungen ihrer Arbeit zu analysieren und daraus Vorhaben abzuleiten. Auf dem Fachtag wurden nun die Ergebnisse vorgestellt und nach vorne geschaut: „Als Bildungslandschaft müssen wir einen Arbeitsplan entwickeln und uns darauf verständigen, was die nächsten Schritte bis 2025 sind“, formuliert Magdalena Bossaller-Meyhoefer, Schulleiterin der Grundschule an der Oslebshauser Straße, den Anspruch der Tagung.

In seiner Begrüßung lobte Dr. Matthias Güldner (MdBB, Die Grünen), Vorsitzender der Bildungsdeputation und Mitglied im Fachbeirat des QBZ, die gute Zusammenarbeit im Stadtteil: „Die Arbeit der Gröpelinger Bildungslandschaft, die Positionspapiere der Kitas und Schulen und die gemeinsamen Entwicklungstreffen sind sehr wertvoll, um den Anspruch, Armut und Benachteiligung mit Bildung entgegen zu wirken, auf Stadtteileben gemeinsam mit Politik einzulösen. Die Tagung kann die Lücke zwischen Anspruch und der Wirklichkeit zu schließen.“

In einem Fachvortrag bestätigte Prof. Andreas Thiesen von der HTWK Leipzig, dass die lokale Bildungslandschaft bereits gut aufgestellt ist und über tragfähige Strukturen verfügt. Eine diversitätssensible Haltung sei der Ausgangspunkt für bessere Konzepte und Strategien, führte er aus. 

Die Bildungspartnerschaft mit Eltern, Sprachbildung, Mehrsprachigkeit, die Einbindung kultureller Bildung, die Gestaltung der Übergänge und die Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams sind nur einige der vielen Themen, die behandelt wurden und für die es innovative pädagogische und politische Ansätze bedarf. Die Kita- und Schulleitungen fordern deshalb Anerkennung, dass die Gröpelinger Bildungseinrichtungen es mit einer besonderen Aufgabenlage zu tun hätten.

Dem stimmten nicht nur Vertreter der Verbände und der Senatorin für Kinder und Bildung zu, sondern auch die anwesenden Bürgerschaftsabgeordneten. „Wir brauchen passgenaue Programme für die unterschiedlichen Voraussetzungen an den Schulen und eine Umverteilung der Mittel“, resümiert Kristina Vogt, Fraktionsvorsitzende der Linken und ebenfalls Mitglied der Deputation für Kinder und Bildung.

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